Resilienz – Wie Sie das Immunsystem Ihrer Psyche stärken

Wer kennt die Belastungen im klinischen Alltag besser als Sie: Arbeitsverdichtung, Termindruck, steigende Komplexität, wirtschaftlicher Druck… Auch der Austausch im interdisziplinären Team sowie die Bedürfnisse von Patienten zehren kontinuierlich an den Kraftreserven. Umso wichtiger ist es, dass Sie wirkungsvolle Wege aus der Stress-Spirale finden.

Es gibt Menschen, die unter hohem Druck besonders leistungsfähig sind und die schwierigsten Situationen mit Leichtigkeit bewältigen. Es zeichnet sie aus, dass sie mit sich im Einklang sind sowie im Umgang ihren Patienten ausgeglichen reagieren und so den Herausforderungen des Klinikalltags sicher begegnen. Mit einem Wort: Sie sind „resilient“. Doch wo liegt das Geheimnis dieser psychischen Widerstandsfähigkeit?

Was heißt Resilienz?

Resilienz kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und heisst soviel wie ‚abprallen’. In der Materialkunde nennt man Stoffe resilient, die nach extremer Spannung wieder in ihren Ursprungszustand zurückkehren, wie zum Beispiel Gummi. Auf den Menschen übertragen: Resilient ist, wer die psychische Kraft besitzt, Stress, Druck, Krisen, Niederlagen und Schicksalsschläge zu bewältigen, ohne davon Schaden zu nehmen. Resiliente Menschen haben die Fähigkeit, belastende Situationen gut zu bewältigen und das Beste daraus zu machen – sei sie noch so stressig.

Belastbarkeit, Stresstoleranz, Resilienzfähigkeit sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich – jeder hat im Laufe seines Lebens Bewältigungsstrategien unterschiedlich entwickeln können. Wichtig: Resilienz ist nicht angeboren oder eine einmal erworbene Fähigkeit. Jede und jeder kann die eigene Resilienz zu jedem Zeitpunkt im Leben neu lernen, stärken und fördern. Resilienz ist ein lebenslanger, dynamischer Prozess.

Es gibt verschiedene Modelle und Ansätze zur Beschreibung von Resilienz – hier finden Sie zentrale Faktoren im Überblick:

Akzeptanz

Veränderungen, Krisen und Schicksalsschläge gehören zum Leben, Resiliente Menschen können Situationen akzeptieren und konzentrieren sich auf die Punkte, die sie selbst ändern können.
Tipp: Lassen Sie Gefühle wie Trauer, Frust, Ärger zu, aber lassen Sie diese nicht Ihr Leben bestimmten. Wer eine Krise akzeptiert, kann besser darüber nachdenken, ob und was man an ihr ändern kann.

Optimismus

Ein optimistischer Blick auf das Leben und die Zukunft kann die Resilienz stärken. Dies bedeutet nicht, die Realität zu leugnen, sondern zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Optimistische Menschen fokussieren eher auf die guten Dinge und vertrauen in schwierigen Zeiten darauf, dass es wieder besser wird.
Wichtig: Denken Sie nicht an alles, was schlecht läuft oder nicht erledigt ist. Besinnen Sie sich auf die Momente des Tages, die Sie positiv gestimmt haben. Schreiben Sie täglich 3 Dinge auf, die Ihnen gutgetan haben, wofür Sie dankbar sind. Erzählen Sie anderen davon. Wenn im Kollegenkreis ein vertrautes Verhältnis herrscht, lässt sich das auch spielerisch als Teamübung umsetzen. (mehr Tipps im Download)

Selbstwirksamkeit

Resiliente Menschen glauben an ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Sie haben die innere Überzeugung, dass sie Herausforderungen erfolgreich bewältigen können. Nach ihrer Überzeugung verdanken sie Erfolge sich selbst und nicht dem Glück oder Zufall.
Die gute Nachricht: Selbstwirksamkeit lässt sich stärken! Hilfreich ist, sich regelmässig die Dinge zu notieren, auf die Sie stolz sein können – am besten täglich. Das können grosse Errungenschaften sein, aber auch ganz kleine Fortschritte. Das hilft dabei, sich bewusst an Erfolgserlebnisse und positives Feedback anderer zu erinnern, wenn Selbstzweifel aufkommen sollten.

Achtsamkeit/Selbstfürsorge

Wer resilient ist, setzt sich aktiv für die eigenen Bedürfnisse ein. Wichtig ist, sich mit den Dingen des Lebens auseinanderzusetzen, sie nicht zu verdrängen oder sich nicht in eine Opferrolle zu begeben. Kennen wir unsere Wünsche und Bedürfnisse, können wir sie äussern und warten nicht darauf, dass sie ohne Worte erfüllt werden.
Für den Alltag: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, mindestens einmal am Tag bewusst etwas zu tun, mit dem Sie sich eine Freude machen. Am besten erstellen Sie eine Liste mit Dingen, die Ihnen guttun. Darauf können Sie dann im Ernstfall schnell zurückgreifen.

Eigenverantwortung

Ein wichtiger Faktor ist zu erkennen, dass nicht die anderen schuld an allem sind. Resilienz bedeutet, Verantwortung für sich und das eigene Handeln zu übernehmen und die Initiative zu ergreifen. Vorstellungen und Wünsche werden aktiv (mit)gestaltet. Wenn wir erkennen, dass wir selbst die entscheidende Kraft für unser Leben sind und äussere Einflüsse und Krisen nur bedingt eine Rolle spielen, gewinnen wir unsere Handlungsfähigkeit zurück.
Mentale Hilfe: Wenn Sie das nächste Mal in einer schwierigen Situation sind, sehen Sie sich nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung!

Netzwerkbildung

Ein wichtiger Faktor in Krisenzeiten sind Freundschaften, das soziale sowie das berufliche, kollegiale Umfeld. Das Netzwerk gibt in schwierigen Zeiten emotionalen Halt und wird besonders wertvoll, wenn wir Rat, Feedback und mentale oder tatkräftige Hilfe benötigen. Resiliente Menschen schaffen es, in schwierigen Situationen um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen.
Tipp: Umgeben Sie sich mit Leuten, die Ihnen guttun. Notieren Sie die Menschen in Ihrem engeren Umfeld. Wer gibt Ihnen Energie und wer nimmt vorwiegend Energie? Entscheiden Sie auf dieser Grundlage bewusst, welche Kontakte Sie intensivieren oder von welchen Sie sich besser trennen sollten.

Lösungsorientierung

Statt das Problem zu suchen, fokussieren resiliente Menschen auf die Lösungsfindung. Sie gehen aktiv mit Herausforderungen um und unternehmen konkrete Schritte zur Problemlösung. Die Fähigkeit, Lösungen zu finden, trägt zur Stärkung der Resilienz bei.
Achtung: Wer häufig über Probleme spricht, vergrössert sie gedanklich. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Handlungsspielräume! Wer über realistische Lösungen nachdenkt und ins Handeln kommt, wird auch welche finden.

 

Der Weg zur Resilienz ist ein Prozess, der erlernt werden kann und Schritt für Schritt angegangen werden sollte. Lesen Sie im Download „8 Tipps, wie Sie Optimismus lernen können!“ wie sich selbst positives Denken trainieren lässt.

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